Wir orientieren uns an den Positionen der Socialist Party of Great Britain, die 1904 gegründet wurde, als möglichst nicht-hierarchische Organisation. Die SPGB setzt sich - wenn auch noch nicht erfolgreich - für den Kommunismus ein, für eine Gesellschaft ohne Staat, Kapital, Nation, Lohnarbeit und Geld.
Montag, 7. Juni 2010
Über das Meer nach Gaza
Wir (die SPGB) stellen uns nicht auf die Seite eines Staates gegen einen anderen. Denn sämtliche Staaten sind (das ist sozusagen ihr Wesen) hochorganisierte Kräfte der nationalen Herrschaft, wozu insbesondere die Herrschaft über die jeweiligen „nationalen“ Arbeitskräfte und Märkte zum Wohle des „nationalen“ Kapitals gehört. Notwendigerweise kommt auch die Durchsetzung nationaler Interessen (wir erinnern uns an die Einsichten des Ex-Bundespräsidenten Köhler) auf globaler Ebene hinzu, wenn es sein muss, gegen andere „nationale“ Interessen. Und selbstverständlich auch mit Hilfe des gesamten Gewalt- und Medienapparates, die der Staat jeweils zur Verfügung hat.
Wir stehen zu allen Staaten in Opposition und wir unterstützen die Interessen der Unterdrückten nicht auf selektive Weise, sondern unterschiedslos überall. Spontan stellen wir uns immer auf die Seite der Unterdrückten und gegen die Unterdrückenden. Und im Falle des israelischen Angriffs auf die Schiffe ist uns klar, dass Israel als unterdrückerische und gewalttätige Macht aufgetreten ist. Dies gilt auch für seine gesamte verabscheuungswürdige Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung, insbesondere in Gaza.
Wenn wir auch mit den Opfern der israelischen Repression sympathisieren, schon allein aus einem menschlichen Impuls heraus, bedeutet dies nicht, dass wir die in Gaza verbreiteten Vorstellungen unter den Unterdrückten über die Methoden und Ziele ihrer Befreiung unterstützten.
Unsere Gegnerschaft zum Zionismus (als der in Israel herrschenden nationalistischen Ideologie) bedeutet nicht, dass wir auf Seiten der Hamas oder der Fatah (und deren nationalistischen und religiösen Ideologien) stünden. Im Gegensatz zur Auffassung vieler Linken, ist für uns der jüdischen Nationalismus keineswegs besonders verdammenswert. Denn wir verurteilen alle Nationalismen in gleicher Weise. Alle Staaten sind künstliche, durch Gewalt geschaffene, Gebilde und alle Staaten entbehren jeglicher Legitimität. Israel ist seit seiner Gründung ein kapitalistischer Staat, wie dies alle anderen Staaten der Welt ebenfalls sind, und ein künftiger palästinensischer Staat wird ebenso kapitalistisch sein.
Die Sozialistische Partei (SPGB) weist seit über 100 Jahren kontinuierlich hin auf die verheerenden Wirkungen der politischen Apathie, des Vertrauens in irgendwelche Führer, der kritiklosen Hinnahme von Regierungsentscheidungen durch die Arbeiterklasse , also durch die Lohnabhängigen, die die Mehrheit der Bevölkerung in den entwickelten Gesellschaften stellen.
Gerade diese Inaktivität ist eine wichtige Ursache für die Fortsetzung unserer Ausbeutung, denn die herrschende Klasse erkennt darin unsere Einwilligung zur weiteren Durchsetzung ihrer eigenen Interessen.
Der Kapitalismus bringt aus sich selbst heraus den Krieg hervor, aber die Apathie der Klasse (von kleinen Minderheiten abgesehen) ist ein wichtiger Aspekt dieses mörderischen Prozesses. Es ist eben diese Passivität und Selbstzufriedenheit und deshalb in gewisser Weise auch die Komplizenschaft der Arbeiterklasse, die diese schrecklichen Lebensbedingungen in Gaza unter der Herrschaft Israels und der Hamas überhaupt erst mit erschaffen. Für andere Bevölkerungen und für andere Teile des Planeten gilt dies ebenso.
Die Übel in der Welt (Lohnarbeit, Ware, Geld, Kapital, Staat, Krieg, Armut) werden durch die ständig in Konkurrenz gegeneinander stehenden kapitalistischen Rivalen verursacht.
Die verschiedenen zeitweiligen Allianzen der herrschenden Klassen (also die unterschiedlichen Gangs) kontrollieren so gut wie alle Medien, mit deren Hilfe sie unablässig ihre Lügen und ihre Propaganda verbreiten. Aber all dies kann nur funktionieren, weil die Mehrheit der Lohnarbeitenden weiterhin in Ignoranz verharrt, den kapitalistischen Ideologien (wie Nationalismus und Religion und „Demokratie“) folgt und dadurch faktisch die Interessen des Kapitals fördert und die eigenen missachtet, bzw. sich noch nicht einmal der eigenen Interessen bewusst ist.
Der Frieden ist immer besser als der Krieg. Denn Kriege werden niemals im Interesse der „einfachen Menschen“, sondern immer im Interesse der Herrschenden geführt. Und weil es immer die „einfachen Menschen“ sind, die im Krieg besonders leiden. Diese „einfachen Menschen“ sind in den modernen Gesellschaften die lohnabhängigen Teile der Bevölkerung, die aber - das ist nicht ohne Tragik - häufig sich für die Kriegsziele ihrer Herrschaften einspannen lassen und, wenn sie es nicht tun, zumindest nichts wirksames einzuwenden haben, wenn Kriege trotzdem geführt werden. Die Lohnabhängigen sind zwar die faktischen Opfer von Kriegen, in den unterentwickelteren mehr als in den mächtigen und entwickelnden Ländern, aber ein Teil von ihnen gehört auch zweifellos zu den Tätern.
Die Sozialistische Partei (SPGB) begrüßt die Beendigung von Kriegen unter allen Umständen und überall auf der Welt. Unsere Überzeugung ist, dass kein Krieg immer besser ist als Krieg. Das Töten stoppen, das Leiden beenden - das sind unsere unmittelbaren Ziele, seit 1904, seit Gründung unserer Partei.
Sonntag, 28. Juni 2009
Was passiert im Iran?
Und dass die Nachrichten aus dem Umfeld der innerhalb und außerhalb des Irans agierenden Opposition glaubwürdig sein sollen, auch das scheint mir sehr zweifelhaft zu sein, wenn ich mit vergegenwärtige, um welche Gruppierungen es sich dabei in der Regel handelt.
Aber abgesehen davon meine ich, dass Kommunisten nicht zögern dürfen, wenn es darum geht, ihre Gegnerschaft zu Ahmadinedschad und dem islamischen Regime zum Ausdruck zu bringen.
Darin unterscheiden sich Kommunisten von jenen Linken, die, inspiriert durch die Leninsche Imperialismus-Theorie, bestimmten Nationen und Staaten eine progressive Rolle im kapitalistischen Weltsystem zuschreiben – und das auch noch im 21. Jahrhundert.
Diese Linken meinen, dass die Islamische Republik, eine der dunkelsten und widerwärtigsten Diktaturen der Gegenwart (gut, mit der Demokratischen Volksrepublik Korea kann das Mullahregime es nicht aufnehmen), deshalb fortschrittlich sei, weil deren geopolitische Interessen nicht vollständig mit denen der USA übereinstimmen.
In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielte bei den Maoisten, vor dem Hintergrund der Drei-Welten-Theorie, die iranische Monarchie des Reza Schah Pahlavi die gleiche antiimperialistische Rolle, die der Islamischen Republik durch heutige Antiimperialisten zuerkannt wird. Egal ob Schah oder Ajatollah – Hauptsache es geht gegen die USA (gegen die „internationale Völkermordzentrale“ usw., usf.).
Tatsache ist, dass die brutale Unterdrückung der lohnarbeitenden Menschen im Iran, sei es als Gewerkschaftler, Schwule, Busfahrer oder Frauen, ausschließlich den Interessen des globalen Kapitals dient, auch wenn sie – aus Perspektive des Irans – auch dabei helfen soll, die Position des Kapital/Staates Iran im Konkurrenzkampf mit den USA, der EU, Russlands usw. zu stärken.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass das iranische Regime nicht nur Lohnarbeiter angreift, im Rahmen der gewöhnlichen Ausbeutung und Unterdrückung, nicht nur besonders brutal wird, wenn sich die Arbeitenden zur Wehr setzen, sondern – ganz unabhängig von ihrem sozialen Status – ein gegen die sexuelle und kulturelle Selbstbestimmung der Menschen im Allgemeinen und gegen Frauen im Besonderen gerichtete sozusagen spezifische Herrschaftsform des Kapitals verkörpert.
Meines Erachtens sollten Kommunisten auch Mousavi gegenüber in Opposition stehen und das nicht vor allem deshalb, weil er in der Anfangszeit des islamischen Regimes zu seinen besonders blutigen Repräsentanten zählte (Menschen können sich bekanntlich ändern), sondern deshalb, weil er noch nicht einmal ein Programm vertritt, das grundlegende demokratische und menschenrechtliche Standards einführen könnte. Dass er den iranischen Kapitalismus fortsetzen will, mit ein paar Modifikationen vielleicht, kann als gesichert gelten. Und dies ist der entscheidende Ausschlussgrund für eine politische Unterstützung durch Kommunisten.
Mousavi ist wahrscheinlich ein Kristallisationspunkt für eine städtische und „jugendliche“ Bewegung der Lohnarbeitenden, die in den Medien als „Mittelschichten“ bezeichnet und von manchen Linken mit diesem Namen „diskreditiert“ werden und zwar deshalb, weil sie verschleiern wollen, dass Krankenhausarzte, Lehrer oder Angestellte religiöser Stiftungen genauso Lohnarbeitende sind, wie Industriearbeiter, Toilettenreiniger oder Bankangestellte.
Dass Kommunisten den Wert demokratischer und menschenrechtlicher Standards, wenn sie sich auch deren Beschränktheit und unsichere Verankerung in der kapitalistischen Gesellschaft bewusst sind, anerkennen, halte ich für genauso selbstverständlich, wie die Annahme, dass das einzige unmittelbare Ziel einer kommunistischen Organisation der Kommunismus sein muss und dass deren einzige Aufgabe es ist, die Entwicklung des kommunistischen Bewusstseins unter den Lohnabhängigen voranzutreiben.
Der Kommunismus als „Minimalprogramm“ verträgt sich aber sehr gut mit der Kommunikation mit Menschen, die sich auf demokratische und Menschenrechte konzentrieren, bzw. bedauerlicherweise beschränken.
Dabei kommt es darauf an, auf die Beschränkung solcher Ziele und Wünsche in freundlichem Ton und mit Hilfe rationaler Argumente klar hinzuweisen, insbesondere darauf, dass dem Kapitalismus als unpersönlichem System die menschlichen Bedürfnisse gleichgültig sind (außer in warenförmiger Form).
Es ist unangemessen, finde ich, von oben herab, abstrakt, hysterisch und gewalttätig den „Kommunismus“ zu fordern. Das Latschen in einheitlich schwarzer Kleidung hinter eng geknüpften Vorder- und Seitentransparenten „für den Kommunismus“ ist eine Karikatur dieses Quatsches.
Den Kommunismus „zu fordern“ ist ohnehin reichlich naiv, denn er ist nicht herbeizufordern, genauso wenig, wie es erfolgsversprechend ist, den Regen herbeizubeten. Der Kommunismus kann nur dann geschaffen werden – seine objektive Möglichkeit setze ich seit dem 20. Jahrhundert voraus - wenn ihn eine große Anzahl von Lohnarbeitenden weltweit will und sie in der Lage ist, alle Hindernisse zu beseitigten.
Ob es sich dabei um eine bewusste und aktive und große Mehrheit handeln muss, oder nicht, das sei ebenso dahingestellt, wie die Frage, ob es zu einer solchen großen Mehrheit unter kapitalistischen Verhältnissen überhaupt kommen kann. Aber eines scheint mir sicher zu sein, eine kleine Minderheit, auch unter Führung der bestmöglichen Partei, wird es nicht schaffen. Der Kommunismus ist darauf angewiesen, dass sehr viele Lohnabhängige seine Vorteile verstehen, ihn wollen und ihn gemeinschaftlich – als ihr eigenes Interesse - durchsetzen.
Kommunisten müssen sich von der Islamischen Republik Iran genauso distanzieren, wie von einem „Regime Change“. Denn auch in dieser Frage stehen Kommunisten nicht mit einer kapitalistischen Macht, gegen eine andere, sondern gegen alle.
Allein schon aufgrund einer allgemeinen menschlichen Sympathie wünsche ich den gegen das Regime im Iran Demonstrierenden alles Gute und der Islamischen Republik ein baldiges Ende.
Ananda
Donnerstag, 28. Mai 2009
Die Sozialistische Partei zur Europawahl 2009
Die Machthaber sind aber derzeit ein wenig in Sorge, ob du überhaupt von ihren Argumenten und ihrem Wahlspektakel genügend angetan sein wirst, um zur Wahl zu gehen. Sie befürchten, dass du zu Hause bleibst. Schande über Dich!
Um dir deutlich zu machen, warum das alles so wichtig, oder eher unwichtig ist, könnten wir dir ein paar Hinweise darauf geben, in welchen Bereichen in der letzten Zeit das Europäische Parlament dein Leben veränderte (in der englischsprachigen Version tun wir es auch): Aber das Ergebnis ist, dass es dabei nichts Wichtiges aufzuzählen gibt, daher lassen wir es hier bei dieser Feststellung bewenden.
Insbesondere wenn du auf die so genannten “Sozialleistungen” angewiesen oder „arbeitslos“, also mittellos, bist, oder wenn dich die vielen Probleme plagen, mit denen Lohnabhängige, auch und gerade wenn sie „Arbeit haben“, ständig konfrontiert sind, dann hast du wirklich keinen Grund, zur Wahl zu gehen und einen dieser üblichen Kandidaten der Linken, der Rechten oder der Mitte zu wählen.
Tatsache ist, dass das Spektakel der Eurowahl nicht aufgeführt wird, um irgendetwas Gutes für DICH zu tun. Es dient dazu, die herrschenden Eliten des Kapitals davon abzuhalten, übereinander herzufallen, also gegeneinander in Europa Krieg zu führen, wie sie das in der Geschichte, mehr als einmal, taten. Wir erinnern nur an den Ersten und den Zweiten Weltkrieg.
Obwohl es natürlich eine gute Idee ist, Kriege zu vermeiden - denn es sind Arbeite-rinnen und Arbeiter, die an dessen Folgen am Meisten zu leiden haben - ist es mitnichten dieser „Wohlfahrtsaspekt“, der eine Rolle spielen würde. Die eigentliche Motivation ist hingegen die Angst des Kapitals, zu viel Geld für die Kriegsführung ausgeben zu müssen. Die kapitalistischen Eliten wollen zwar alle (mehr als) satt werden, aber ohne unnötigerweise Gefahr zu laufen, im Maul und zwischen den Zähnen ihrer Konkurrenten zu enden. Es geht - wer hätte das gedacht – um Profit und Geld. Und daran wird sich auch nichts ändern, solange der Kapitalismus und das Geld bestehen bleiben. Abgesehen davon ist der kapitalistische Friede – global betrachtet – immer nur ein Zwischenzustand, denn kapitalistische Konkurrenz und Kriege gehören zusammen.
Vielleicht denkst du ja wirklich angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise, dass der Kapitalismus für dich nichts tut, außer dass er dich zu seinem Lohnsklaven macht, dessen einzige anerkannte Existenzberechtigung darin besteht, die Reichen noch reicher zu machen. Wenn aber die Kandidaten in deinem Wahlkreis dies nicht so klar und deutlich sehen und es aussprechen, warum solltest du einen von ihnen wählen?
Es ist besser, wenigstens im Stillen etwas zu sagen oder zu schreiben, als vollkommen schweigend und untätig zu verharren. Insofern solltest du zur Wahl gehen, dann aber „ungültig“ stimmen, zum Beispiel dadurch, dass du auf den Wahlzettel „Abschaffung des Geldes und des Kapitalismus“ oder „Weltsozialismus – gemeinschaftliches Eigentum und gleichberechtigte Kontrolle“ schreibst. Danach besuche unsere Web-seite www.worldsocialism.org, auf der du Leute treffen wirst, die ähnlich denken, wie du.
Wir meinen, dass es durchaus sinnvoll ist, eine Wahl zu treffen, auch wenn es bei der Europawahl niemanden gibt, der es Wert wäre, gewählt zu werden.
Donnerstag, 15. Januar 2009
Die Lügen des Krieges
Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann
Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheu-liches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die "Rote Armee" genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte. Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchillbande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.
Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde – wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten.
Absurd? Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird: Die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als "Geiseln" und benützen die Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde", sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden.
In diesem Krieg – wie in allen modernen Kriegen - spielt die Propaganda eine große Rolle. Das reale Kräfteverhältnis zwischen der israelischen Armee mit ihren Kampf-flugzeugen, Drohnen, Kriegsschiffen, Panzern, ihrer Artillerie einerseits und den paar Tausend leicht bewaffneten Hamaskämpfer ist 1.000:1, wenn nicht sogar 1.000.000:1. Auf der politischen Ebene ist der Unterschied vielleicht sogar noch größer. Aber im Propagandakrieg ist der Unterschied grenzenlos.
Fast alle westlichen Medien wiederholten anfangs die offizielle israelische Propagan-dalinie. Sie ignorierten fast völlig die palästinensische Seite der Geschichte, ebenso wie die täglichen Demonstrationen des israelischen Friedenslagers. Die Gründe der israelischen Regierung ("Der Staat muss seine Bürger gegen die Kassam-Raketen schützen") wurde wie die reine Wahrheit akzeptiert. Der Blickwinkel von der anderen Seite, dass die Kassams nämlich nur eine Antwort auf die Belagerung seien, die anderthalb Millionen Menschen im Gazastreifen an die Grenze des Verhungerns bringt, wurde überhaupt nicht erwähnt.
Erst als die schrecklichen Szenen aus dem Gazastreifen auf den westlichen Bildschirmen zu erscheinen begannen, fing die öffentliche Meinung der Welt langsam an sich zu verändern.
Die westlichen und israelischen Fernsehkanäle zeigten zwar nur einen winzigen Teil des entsetzlichen Geschehens, das jeden Tag 24 Stunden lang auf dem arabischen Sender Al-Dschasira zu sehen ist, aber ein Bild eines toten Babys in den Armen seines in Angst und Schrecken versetzten Vaters ist mächtiger als Tausend elegant formulierte Sätze des israelischen Armeesprechers. Und das ist letztendlich entscheidend.
Der Krieg – jeder Krieg – ist ein Lügenreich. Ob dies nun Propaganda oder psycho-logische Kriegsführung genannt wird, jeder akzeptiert, dass es richtig ist, für sein Land zu lügen. Jeder, der die Wahrheit sagt, riskiert, als Verräter gebrandmarkt zu werden.
Das Problem ist, dass Propaganda zuerst und vor allem den Propagandisten selbst überzeugt. Und nachdem man sich selbst davon überzeugt hat, dass die Lüge die Wahrheit und die Verfälschung die Realität ist, kann man keine vernünftigen Ent-scheidungen mehr treffen.
Ein Beispiel für diesen Prozess lieferte die bis jetzt erschreckendste Gräueltat dieses Krieges: das Beschießen der UN-Fakhura-Schule im Jabaliya-Flüchtlingslager.
Kurz nachdem dieser Vorfall weltweit bekannt wurde, "enthüllte" die Armee, dass Hamaskämpfer von einem Vorplatz der Schule aus Mörsergranaten abgeschossen hätten. Als Beweis veröffentlichte man eine Luftaufnahme, auf der tatsächlich die Schule und der Mörser zu sehen waren. Aber innerhalb kurzer Zeit musste der offizielle Armeelügner zugeben, dass das Photo älter als ein Jahr sei. Also eine Fäl-schung.
Später behauptete der offizielle Lügner, dass "unsere Soldaten aus dem Inneren der Schule" beschossen worden seien. Aber kaum einen Tag danach musste die Armee dem UN-Personal gegenüber zugeben, dass auch dies eine Lüge gewesen war. Keiner hatte aus der Schule geschossen, keine Hamaskämpfer waren in der Schule, die voll verängstigter Flüchtlinge war.
Aber das Eingeständnis wurde kaum mehr wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war die israelische Öffentlichkeit vollkommen davon überzeugt, dass "aus der Schule geschossen worden war" - und Fernsehsprecher zitierten dies als einfache Tatsache.
Genau so ging es mit den anderen Gräueltaten. Jedes Baby wurde im Augenblick seines Todes zu einem Hamas-Terroristen. Jede zerbombte Moschee wurde sofort zu einer Hamasbasis; jedes Wohngebäude zu einem Waffenversteck; jede Schule zu einem Terrorkommandoposten; jedes zivile Regierungsgebäude zu einem "Herrschaftssymbol der Hamas". Auf diese Weise blieb die israelische Armee die "moralischste Armee der Welt".
Die Wahrheit ist, dass die Gräueltaten eine direkte Folge des Kriegsplanes waren
Dies wirft ein Licht auf die Persönlichkeit Ehud Baraks – eines Mannes, dessen Denk- und Handlungsweisen ein klarer Beweis für das ist, was "moralischer Irrsinn" genannt wird.
Das wirkliche Ziel - abgesehen davon, mehr Sitze bei den kommenden Wahlen zu gewinnen - ist die Beendigung der Hamasherrschaft im Gazastreifen. In der Vorstellung der Kriegsplaner, sieht die Hamas wie ein Eindringling aus, der fremdes Land kontrolliert. Die Wirklichkeit sieht natürlich ganz anders aus.
Die Hamasbewegung hat bei den ausgesprochen demokratischen Wahlen, die 2006 in der Westbank, in Ostjerusalem und im Gazastreifen stattgefunden haben, die Mehrheit der Stimmen gewonnen. Sie gewann, weil die Palästinenser zur Schlussfolgerung gekommen waren, dass die Fatah durch ihre friedliche, also gewaltfreie Herangehensweise nichts von Israel erreicht hat – weder den Stopp des Siedlungsbaus noch irgendeinen bedeutsamen Schritt in Richtung eines Endes der Besatzung oder der Schaffung des palästinensischen Staates. Die Hamas ist tief in der Bevölkerung verwurzelt – nicht nur als Widerstandsbewegung, die den fremden Besatzer bekämpft so wie einst die (jüdische) Irgun und die Sterngruppe –, sondern auch als eine politische und religiöse Organisation, die im sozialen, schulischen und medizini-schen Bereich aktiv ist.
Vom Standpunkt der Bevölkerung sind die Hamaskämpfer keine Fremdkörper, sondern die Söhne einer jeden Familie im Gazastreifen wie auch in den anderen palästi-nensischen Gebieten. Sie verstecken sich nicht "inmitten der Bevölkerung", die Bevölkerung sieht sie als ihre einzigen Verteidiger an.
Deshalb gründet sich die ganze Operation auf irrigen Vermutungen. Das Leben der Bevölkerung in eine Hölle zu verwandeln, wird die Bevölkerung nicht dahin bringen, sich gegen die Hamas zu erheben, sondern das Gegenteil erreichen, sie vereinigt sich hinter der Hamas und verstärkt ihre Entscheidung, sich nicht zu ergeben. Die Bewohner von Leningrad haben sich nicht gegen Stalin erhoben, so wenig wie die von London gegen Churchill.
Derjenige, der den Befehl für solch einen Krieg mit solchen Methoden in einem dicht bevölkerten Gebiet gegeben hat, weiß, dass dieser ein entsetzliches Gemetzel unter der Zivilbevölkerung anrichten wird. Anscheinend hat ihm dies nichts ausgemacht. Oder er glaubt, "dies wird ihr Verhalten verändern" und " es wird ihr Bewusstsein verändern", so dass sie zukünftig Israel nicht mehr zu widerstehen wagen würden.
Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten, da sie wussten, dass die Stimmung eines großen Teils der Pro-Krieg-Öffentlichkeit sich ändern würde, sobald Berichte über eigene Todesopfern kommen würden. So war es beim ersten und zweiten Libanonkrieg.
Diese Einstellung spielte eine besonders wichtige Rolle, weil der ganze Krieg ein Teil der Wahlkampagne ist. Ehud Barak, der in den ersten Tagen des Krieges in den Umfragen gewonnen hatte, wusste, dass seine Werte fallen würden, sobald Bilder mit toten Soldaten die Fernsehschirme füllen würden.
Deshalb wurde eine neue Doktrin formuliert: um Verluste unter unseren Soldaten zu vermeiden, solle alles, was in ihrem Weg steht, total zerstört werden. Die Planer waren also nicht nur bereit, 80 Palästinenser zu töten, um einen israelischen Soldaten zu retten, wie es schon geschehen ist, sondern auch 800. Die Vermeidung von To-desfällen auf unserer Seite ist der vordringlichste Befehl, der Rekordzahlen von zivi-len Toten auf der andern Seite verursachte.
Dies bedeutete die bewusste Entscheidung für eine besonders grausame Kriegsfüh-rung – und das war ihre Achillesferse.
Eine Person ohne Fantasie wie Barak (sein Wahlslogan heißt: "Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer") kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel bringen, reagieren. Die Fotos aus den Kranken-häusern mit den Toten, Sterbenden und Verletzten, die aus Platzmangel alle zu-sammen auf dem Fußboden liegen, haben die Welt erschüttert. Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und "Mama! Mama"! schreit.
Die Kriegsplaner dachten, sie könnten die Welt daran hindern, solche Bilder zu sehen, wenn sie die Presse gewaltsam davon abhalten, zum Schauplatz der Kämpfe zu gelangen. Die israelischen Journalisten waren zu ihrer Schande damit einverstanden, die Berichte und Photos zu bringen, die sie vom Armeesprecher erhielten, als ob dies authentische Nachrichten seien, während sie selbst meilenweit von den Ereignissen entfernt blieben. Ausländische Journalisten wurden gar nicht erst zugelassen, bis sie protestierten und dann zu kurzen ausgewählten und überwachten Trips mitgenom-men wurden. Aber in einem modernen Krieg kann eine solch sterile und fabrizierte Sicht alle anderen Perspektiven nicht vollständig ausschließen. Die Kameras sind im Gazastreifen mitten in der Hölle und können nicht kontrolliert werden. Der arabische Sender Al-Dschasira bringt die Bilder rund um die Uhr und erreicht jedes Haus.
Die Schlacht um den Fernsehschirm ist eine der entscheidenden Schlachten des Krieges.
Hunderte Millionen Araber von Mauretanien bis zum Irak, mehr als eine Milliarde Muslime von Nigeria bis Indonesien sehen diese Bilder und sind geschockt. Dies hat eine große Auswirkung auf den Krieg. Viele der Fernsehzuschauer sehen die Herrscher Ägyptens, Jordaniens und der Palästinensischen Behörde als Kollaborateure Israels, das diese Gräueltaten gegen ihre palästinensischen Brüder ausführt.
Die Sicherheitsdienste der arabischen Regime registrieren eine gefährliche Unruhe in der Bevölkerung. Hosni Mubarak, der aufgrund der von ihm zu verantwortenden Schließung des Rafah-Grenzüberganges angesichts panischer Flüchtlinge verant-wortlich ist, der exponierteste aller arabischen Führer, begann Druck auf die Entscheidungsträger in Washington auszuüben, die bis jetzt alle Aufrufe für eine Feuer-pause blockiert hatten. Diese verstanden langsam die Gefahr für die amerikanischen Interessen in der arabischen Welt und veränderten auf einmal ihre Haltung, was unter den selbstzufriedenen israelischen Diplomaten Bestürzung hervorrief.
Leute mit "moralischem Irrsinn" können die Motive normaler Menschen nicht verste-hen und müssen ihre Reaktionen erraten. "Wie viele Divisionen hat der Papst?", spottete Stalin. "Wie viele Divisionen haben die Menschen mit Gewissen?", könnte Ehud Barak nun fragen.
Wie sich herausstellt, haben sie einige. Nicht sehr viele. Und sie reagieren auch nicht sehr schnell. Sie sind auch nicht stark und gut organisiert. Aber in einem bestimmten Moment, wenn die Gräueltaten überhand nehmen und die Massen der protestierenden Demonstranten zusammenkommen, kann dies einen Krieg entscheiden.
Ein Verbrechen gegen den Staat Israel
Das Versagen, das Wesen der Hamas zu begreifen, hat auch ein weiteres Versagen verursacht, nämlich die voraussagbaren Folgen zu verstehen: nicht nur dass Israel den Krieg nicht gewinnen kann - die Hamas kann ihn auch gar nicht verlieren.
Selbst wenn es der israelischen Armee gelingen sollte, jeden Hamaskämpfer bis zum letzten Mann zu töten, selbst dann würde die Hamas siegen. Die Hamaskämpfer würden für die arabische Nation als Vorbilder dastehen, als die Helden des palästi-nensischen Volkes, als Vorbilder, denen jeder junge Mann in der arabischen Welt nacheifern sollte. Die Westbank würde wie eine reife Frucht in die Hände der Hamas fallen. Die Fatah würde in einem Meer der Verachtung untergehen, die arabischen Regime wären in Gefahr zusammenzubrechen.
Falls der Krieg mit einer noch aufrecht stehenden, wenn auch blutenden, aber unbezwungenen Hamas endet – angesichts einer so mächtigen Militärmaschine wie der israelischen -, dann würde dies wie ein fantastischer Sieg aussehen, wie ein Sieg des Geistes über das Material.
Was sich in das Bewusstsein der Welt einprägen wird, wird das Image von Israel als blutrünstigem Monster sein, das bereit ist, jeden Augenblick Kriegsverbrechen zu begehen, und nicht bereit ist, sich an moralische Einschränkungen zu halten. Dies wird langfristig gesehen schwerwiegende Konsequenzen für unsere Zukunft, für unsere Position in der Welt haben und für unsere Chancen, Frieden und Ruhe zu erlangen.
Am Ende ist dieser Krieg auch ein Verbrechen gegen uns selbst, ein Verbrechen gegen den Staat Israel.
Freitag, 2. Januar 2009
Which Side Are You On?
Come all of you good workers
Good news to you I'll tell
Of how that good old union
Has come in here to dwell
(Chorus)
Which side are you on?
Which side are you on?
Which side are you on?
Which side are you on?
My daddy was a miner
And I'm a miner's son
And I'll stick with the union
Till every battle's won
They say in Harlan County
There are no neutrals there
You'll either be a union man
Or a thug for J.H. Blair
Oh, workers can you stand it?
Oh, tell me how you can
Will you be a lousy scab
Or will you be a man?
Don't scab for the bosses
Don't listen to their lies
Us poor folks haven't got a chance
Unless we organize
by Florence Reese, 1931
Pete Seeger, 1968
Montag, 29. Dezember 2008
Gaza, Athen
Sonne der Gerechtigkeit
Es ist immer gut, in Zusammenhängen zu denken, also nicht: Gestern nur Athen (riots!), heute nur Gaza (Sharon do it again, ich meine "Sabra und Schatila", oder Intifada!)
Israel ist übrigens kein faschistischer Staat, sondern es ist der demokratischste Staat des Nahen Ostens. Zweifelsohne. Demokratie ist jedoch nichts anderes als eine besondere Herrschaftsform des Kapitals – inklusive Rassismus, Ausschluss von Teilen der Bevölkerung, Religion, Folter und Mord.
Israel kämpft gegen die Hamas, d.h. derzeit insbesondere gegen die Bevölkerung im Ghetto von Gaza. Und die Hamas kämpft gegen den zionistischen Staat, samt seiner Bevölkerung (seinen Untertanen). Allerdings ist Israel in der Lage eine derart große Anzahl von Menschen innerhalb weniger Stunden zu töten, dass einem schon der Atem stocken kann.
Wahrscheinlich müssen die Palästinenser in Gaza der israelischen Armee dafür auch noch dankbar sein, dass sie dort keine sauberen Miniatombomben einsetzt. Gegen die palästinensischen Kassam-Feuerwerkskörper wäre das sicherlich auch angemessen, man müsste nur Angela Merkel um eine entsprechende Stellungnahme bitten.
Große Teile der Bevölkerungen unterstützten tragischerweise die Anstrengungen ihrer Machthaber die jeweils anderen so stark zu schädigen, wie dies für erforderlich gehalten wird und möglich ist. Israel verfügt dazu über die effektivsten Mittel.
Beide Mächte werden so lange miteinander kämpfen, so sieht es wenigstens aus, bis einer von beiden den anderen restlos beseitigt, was aber noch dauern kann. Das von den Menschen dort selbst verursachte und das über sie gekommene Leiden wird sich fortsetzen. Das Kapital, der Staat, die Nation, die Religion herrschen – die Ergebnisse sind schreckenerregend und das nicht nur in Palästina.
Es wäre ein Fehler Israel zu verdammen und seine Feinde zu loben und umgekehrt. Allerdings dürfte Israel hinsichtlich Heuchelei, Selbstgerechtigkeit und aggressivem Zynismus in der globalen Liga für solche Sachen ganz oben angesiedelt sein.
Ananda
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Sveriges Arbetares Centralorganisation (SAC)
Mordversuch an Mitgliedern der syndikalistischen Gewerkschaft SAC in Schweden
1999 ermordeten Nazis den Syndikalisten Björn Söderberg. Nun haben sie es wieder versucht. Zwei SyndikalistInnen aus Stockholm – einer von ihnen ein ehemaliges Mitglied des Lokalausschusses Stockholm – und ihre knapp dreijährige Tochter waren gezwungen, von ihrem Balkon im dritten Stock eines Wohnhauses in Sicherheit zu klettern, nachdem Nazis ihre Wohnung angezündet hatten.
Kurz vor neun Uhr abends am Montag, den 1. Dezember, hörten unsere GenossInnen wie eine Flüssigkeit in den Vorraum ihrer Wohnung gegossen wurde: 'Ich sah, wie jemand eine klare Flüssigkeit durch den Briefschlitz in unsere Wohnung gieß. Am Geruch erkannte ich, dass es Benzin war. Ich schrie so laut ich konnte: 'Wir haben ein Kind hier drinnen!' Es war unmöglich, dass sie das nicht hörten. Eine Sekunde später zündeten sie das Benzin an.'
Die Familie hatte ihre Winterkleidung im Vorraum und so breitete sich das Feuer unmittelbar in die Küche und ins Wohnzimmer aus. Es war unmöglich, sich durch die Türe zu retten: 'Es gelang uns, unsere Tochter zu unseren Nachbarn hinunterzureichen, auf den Balkon unter uns. Wenn sie uns entglitten wäre, wäre sie jetzt tot.'
Die Eltern schafften es dann, auf denselben Balkon hinunterzuklettern. Hinter ihnen zerstörte das Feuer ihre Habe, ihre Erinnerungen, ihr Zukunftspläne.
Unsere KollegInnen und ihre Tochter blieben wie durch ein Wunder unverletzt – aber das ändert nichts daran, dass jemand versucht hat, sie gezielt und kaltblütig umzubringen.
Die Polizei geht davon aus, dass die Attacke politisch motiviert war und von denselben Leuten verübt wurde, die zwei Tage zuvor das libertär-sozialistische Kulturzentrum Cyklopen in Högdalen, einem Vorort von Stockholm, abgebrannt hatten. Der Anschlag wurde als Brandstiftung mit Tötungsabsicht klassifiziert.
Unsere angegriffenen KollegInnen waren in ihrer Gewerkschaftsarbeit besonders im Kampf gegen Rassismus und Klassenunterschiede engagiert. Für die Nazis schien dies Grund genug, sie mit dem Tode zu bestrafen.
Ola Brunnström vom SAC-Arbeitsausschuss erklärt: 'Die Leute, die den Aufmarsch in Salem organisieren, sind keine harmlosen Menschen mit etwas anderen Ansichten. Sie sind ideologisch überzeugte Nazis, die offensichtlich im Namen ihrer Sache des Mordes fähig sind.'
Am Samstag werden die Leute, die versuchten, unsere GenossInnen zu töten, den diesjährigen Aufmarsch in Salem veranstalten. Die SAC ruft alle dazu auf, bei der Gegendemonstration teilzunehmen, die um 12 Uhr von dem Netzwerk gegen Rassismus in Salem organisiert wird.
Wenn wir den Nazis nichts entgegenstellen, werden wir nicht wissen, wen sie als nächstes angreifen werden!
SAC-Arbeitskommittee
För en radikaliserad klasskamp!
Leve den internationella solidariteten!
Ananda
Freitag, 5. September 2008
Machtergreifung
Die undgogmatischen Trotzkisten von "Entdinglichung" meinen, dass gegen die von mir sogenannten "amerikanischen Islamisten" der "Verkauf von SPGB-Broschüren keine Abhilfe schaffen" wird. Das hat zwar niemand niemals behauptet, aber das ist egal.
Hauptsache, sie haben die Möglichkeit, über Waffen zu schwadronieren: "Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift."
Kommt einem irgendwie bekannt vor, ist sozusagen klassisch, aber was hat das mit unseren veröffentlichten Analysen zu tun - zum Beispiel zum Staatskapitalismus Russlands und der Sowjetunion - seit 1918, ich meine, in diesem Jahr haben wir damit begonnen? Was hat die „Kritik des Waffen etc.„ eigentlich mit den Trotzkisten zu tun? Nichts.
Als Antwort auf deren Beitrag schrieb ich bei Indymedia folgendes:
Lustig, Entdinglichung. Die Broschüren, Du meinst wohl die Analysen und Texte der SPGB der letzten 100 Jahre, sind allesamt auf unserer Webseite zu finden. Man muss sie nicht kaufen – sie zu lesen und zu verstehen, wäre allerdings ein Beitrag zur Beendigung des Kapitalismus in allen seinen Formen, meine ich. Klar, aus dem Verstehen sollten Handlungen folgen, sonst gab es kein Verstehen. Auch während der Handlungen ist es nicht schlecht zu verstehen, was das Kapital, was der Staat, was die Nation, was der Leninismus, was autoritäre Gruppen sind.
Dann müsste man auch nicht staatskapitalistischen und staatsterroristischen Idolen nachlaufen, wie Trotzki oder Klar, oder man hätte es vermeiden können, in leninistischer Manier (in trotzkistischer, oder: in stalinistischer, oder heutzutage auch: in islamistischer Manier) jeden, aber wirklich auch jeden Despoten, sorry, ich meine jeden „antiimperialistischen Staatsmann“ zu unterstützen. Und so weiter und so fort. Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift.
Wir freuen uns, dass wir mit Bataille Socialiste http://bataillesocialiste.wordpress.com/
einigermaßen auskommen und sie auch unsere Texte veröffentlichen – „Entdinglichung“ können wir auch weiterhin ignorieren (von wegen: hostility clause).
http://www.worldsocialism.org/spgb/june04/closes.html
Ach so: Also, Entdinglichung, die von mir sogenannten „amerikanische Islamisten“ werden nicht mit Hilfe unserer Traktate besiegt – sondern: Wenn die Leninistische Partei (der genaue Name ist irrelevant), die bewusste Minderheit, aber bewaffnet muss sie sein, also wenn vielleicht Leute wie Ihr die Macht ergreifen (Machtergreifung - das hat was, braunrotes) und sie nicht wieder her geben, dann wird Palin & Co. an die Wand gestellt und dann haben wir den Kommunismus.
Noch was: Wir sind keine Pazifisten – aber wir hassen Gewaltfreaks – auch solche die sich im Panzerzug umherfahren lassen und – wie der Herr Trotzki, der gescheiterte Stalin, – Schriften mit dem Titel „Arbeit, Disziplin und Ordnung werden die (…) Republik retten“ verfassen.
Ananda
Amerikanische Islamisten
Die amerikanischen „Islamisten“, die dort als „konservative“, als „evangelikale“, als „zionistische“ und als „wiedergeborene“ „Christen“ firmieren, befinden sich auf dem Vormarsch.
Ein Prachtexemplar dieser Gattung, Sarah Palin, könnte in ein paar Wochen Vizepräsidentin des mächtigsten Staates der Welt werden. Palin meint: Der Krieg im Irak wird im Auftrag Gottes geführt. Palin ist eine rigorose Abtreibungsgegnerin.
Der Kampf gegen die Parteien des Kapitals ist komplex: Islamisten, Christen a la Palin, Rassisten und all der Rest – es verwundert nicht, dass die Linke schon mal den Überblick verliert.
Ananda
Mittwoch, 3. September 2008
Islamverteidigung - ohne uns
Anlässlich des „Anti-Islamisierungs-Kongresses“, der vom 19. bis zum 21. September in Köln stattfinden soll, haben Vertreter der „Kritischen Islamkonferenz“ zum Widerstand „gegen die einheimischen und zugewanderten Rechtskräfte“ aufgerufen. In der von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Ralph Giordano, Hartmut Krauss (Zeitschrift Hintergrund) und Michael Schmidt-Salomon (Giordano Bruno Stiftung) unterzeichneten Erklärung heißt es, den Veranstaltern des „Anti-Islamisierungs-Kongresses“ gehe es nicht darum, „die menschenrechtswidrigen, antidemokratischen und reaktionär-patriarchalischen Grundinhalte und Praktiken des Islam anzuprangern, sondern darum, Einwanderer aus der Türkei, dem Iran und arabischen Ländern pauschal als Bedrohung zu stigmatisieren.“
Diese Anti-Islam-Propaganda diene als Mittel zur „populistischen Ausbeutung begründeter islamkritischer Stimmungen innerhalb der einheimischen Bevölkerung“. Im Verborgenen bleibe dabei die „tiefe weltanschaulich-politische Wesensverwandtschaft zwischen einheimischem Rechtskonservatismus und islamischer Orthodoxie“, die sich etwa in gemeinsamen patriarchalen Werten ausdrücke.
Ähnlich scharf wie mit „Pro Köln“ und ihren Verbündeten rechnen die Vertreter der Kritischen Islamkonferenz jedoch auch mit der Gegenseite der „vermeintlich antirassistischen Islamversteher“ ab. Die Abgesandten Erdogans, Milli Görüs und die Grauen Wölfe würden sich „ins Fäustchen lachen, wenn die deutschen Blockierer einseitig und voller Vehemenz gegen Pro-Köln und Co. demonstrieren“, aber auf Tauchstation gingen, „wenn gegen Islamisten, Ehrenmörder, Zwangsverheirater, Karikaturenschänder, muslimische Mordhetzer und Judenhasser etc. aufzumarschieren wäre“.
Gefordert sei heute eine „dritte Kraft“, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ebenso wehre wie gegen menschenrechtswidrige Formen religiöser Herrschaft. Ziel dieser dritten Kraft sei „eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft, in der Menschenrechtsverletzungen von keiner Seite geduldet und verharmlost werden“.
Am 12. September wollen die Unterzeichner im Rahmen einer „Sonderveranstaltung der Kritischen Islamkonferenz anlässlich des „Anti-Islamisierungs-Kongresses“ ihre Positionen zu Gehör bringen. Als Redner werden Ralph Giordano, Mina Ahadi und der Islamkritiker Hartmut Krauss auftreten.
Weitere Informationen auf der Website www.kritische-islamkonferenz.de
Ananda
Sonntag, 31. August 2008
Anarchismus und Kommunismus
Auf Indymedia http://de.indymedia.org/2008/08/225814.shtml?c=on#comments2 veröffentlichte die Gruppe A.D.A. einige Prinzipien, die sie als notwendig für eine funktionierende anarchistische Gesellschaft betrachtet. Sie meint, dass der Kapitalismus durch ein anarchistisches System, das auf "fünf Axiomen" aufbaut, ersetzt werden soll.
Die Gruppe bat um eine konstruktiver Kritik, die ich hier veröffenlichen will, da das geringe Niveau von Indymedia es dort nicht erlaubt, irgendetwas sinnvoll zu diskutieren.
Der Beitrag von A.D.A. ist kursiv geschrieben.
Was wir NICHT wollen:
1.) Aufruf zur Gewalt
Ich meine, dass Gewalt viele Formen hat und es kaum möglich ist, sie immer zu vermeiden, aber es ist gut, nicht zur Gewalt aufzurufen. Zwar gründen die herrschenden sozialen Formationen seit Tausenden von Jahren auf Gewalt, aber die künftige Gesellschaft, sollte sie sich überhaupt von der jetzigen und den vergangenen unterscheiden, wird weder durch Gewalt erreicht noch aufrecht erhalten.
Alle Klassengesellschaften wurden durch Gewalt geschaffen und sie sind gewalttätig. Eine freie Gesellschaft der sozial Gleichen kann durch Gewalt weder geschaffen, noch mittels Gewalt am Leben erhalten werden. Die Verteidigung einer freien Gesellschaft vor denen, die sie vernichten wollen, dürfte unabdingbar sein. Es würde mich nicht wundern, wenn dazu nicht auch Gewalt notwendig wäre. Es freut mich aber, dass ihr euch selbst nicht als gewalttätige Freaks seht, denn davon gab und gibt es in der Linken schon mehr mehr als genug.
Auch wenn ich selbst mich an der Marxschen Analyse der kapitalistischen Gesellschaft orientiere, wie sie im Kapital darlegt ist, bin ich nicht derart unmarxistisch, alles, was Marx dachte und schrieb als das Wort Gottes anzusehen.
Selbst die klarsten Gedanken und die beste Praxis muss sich selbst immer in Frage stellen, also sich selbst gegenüber kritisch verhalten. Das ist ein Zeichen ihrer Qualität. Auch kann Indoktrination nicht zu einer freien Gesellschaft führen. Die Menschen müssen, aufgrund ihrer Erfahrungen in der materiellen Welt, eine freie Gesellschaft wollen. Jedwede Indoktrination ist nur in der Lage, eine Lüge durch eine andere zu ersetzen. Die Linke setzt häufig ihre Indoktrination gegen die (kapitalistische) Indoktrination.
3.) Spaltung (wir betrachten eher kommunistisch orientierte Personen nicht mit Abneigung sondern sehen den Kommunismus als Teilmenge des Anarchismus)
I.) Prinzip der Gleichheit
Beispiele:
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1. Alle Individuen der menschlichen Art sind in der anarchistischen Gesellschaft materiell und rechtlich gleichgestellt.
Ich meine auch, dass dieser Zustand erstrebenswert ist. Den Begriff "Recht" würde ich zwar nicht gebrauchen, aber ich glaube zu wissen, was ihr darunter versteht, d.h. ich würde dem auch zustimmen.
2. Alle Individuen der menschlichen Art stehen in der anarchistischen Gesellschaft in keinem hierarchischen Verhältnis zueinander.
Mit Beendigung der Klassengesellschaft und - im Zusammenhang damit - mit dem Ende der Staatlichkeit sollten auch die darauf beruhenden Hierarchien zum Verschwinden gebracht worden sein.
3. Entscheidungen die die Verwaltung betreffen werden von den Individuen behandelt die selbst davon betroffen sind.
Meine ich auch. Aber wir sollten uns darüber bewusst sein, dass sehr viele Entscheidungen viel mehr Menschen betreffen, als dies gemeinhin angenommen wird. Auch kleine Entscheidungen können große Wirkungen verursachen. Insofern müssten Strukturen vorhanden sein, die tatsächlich all diejenigen in einen Entscheidungsprozess mit einbeziehen, die von der Entscheidung betroffen sind.
4. Alle Individuen der menschlichen Art werden in der anarchistischen Gesellschaft nicht aufgrund körperlicher Merkmale, Geschlecht oder Leistung ungleich beurteilt oder behandelt.
Klar – aber das ist doch eine Selbstverständlichkeit.
5. Alle Individuen der menschlichen Art die gesund, arbeitsfähig und gewillt sind Arbeit zu vollrichten arbeiten in der anarchistischen Gesellschaft nach ihren Fähigkeiten und nehmen vom Vorhandenen nach ihren natürlichen Bedürfnissen.
Sehe ich auch so. Darüber schreibt ihr zwar nichts, aber ihr geht wohl vom Ende der Geldwirtschaft aus. Es gibt keinen Austausch mehr. Jeder nimmt, was er braucht. Jeder gibt, was geben kann. Und das freiwillig. Nicht als Opfer, nicht aus Zwang, sondern aus Einsicht und Freude.
Klar.
II.) Prinzip der Freiheit
Beispiele:
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1. Kein Individuum der menschlichen Art und kein nicht menschliches Leben wird gezwungen für oder in der anarchistischen Gesellschaft zu leben.
Dies ist deshalb richtig, weil niemand zur Freiheit und zum Geben gezwungen werden kann. Solch eine Gesellschaft ist von der freiwilligen Teilnahme ihre Mitglieder abhängig. Diese Teilhabe erfolgt weder aufgrund von Zwang, noch aufgrund eines Glaubens, sondern aus der begründeten Einsicht in die Vorteile, die solch eine soziale Ordnung ohne Herrschaft, sowohl für die beteiligten Individuen, als auch für die Gesellschaft insgesamt bringt.
2. Die Basis der anarchistischen Gesellschaft ist die absolute Freiwilligkeit.
Meine ich auch. Mit Idioten, kapitalistischen Monaden und Zwangsrekrutierten kann so etwas nicht geschaffen werden.
3. Alle Individuen der menschlichen Art die nicht in der anarchistischen Gesellschaft leben wollen aber ihr nicht schaden haben keinen Anspruch auf gesellschaftlichen Besitz, jedoch Recht auf Leben, Entwicklung und erarbeiteten Privatbesitz.
Also, das verstehe ich nicht. In einer freien Gesellschaft gibt es meiner Meinung nach kein Privateigentum. Alle gesellschaftlich erzeugen Güter (und das sind fast alle Güter) gehören allen in gleicher Weise. Ausgenommen sind natürlich persönliche Gegenstände usw.
Beispiele:
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1. Alle Individuen der menschlichen Art der anarchistischen Gesellschaft verpflichten sich, sollte die Möglichkeit vorhanden sein, der gegenseitigen Kooperation.
Ich sehe es nicht als Verpflichtung, sondern als eine aus Einsicht in die Tatsache gewonnene Erkenntnis, dass der Mensch ein soziales Tier ist, das (in der Regel) auf Kooperation und Solidarität angewiesen ist.
Beispiele:
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1. Die anarchistische Gesellschaft basiert auf Gewaltlosigkeit.
Konflikte innerhalb der anarchistischen Gesellschaft werden verbal gelöst.
2. Konfliktlösungen dürfen kein ungleiches Verhältnis zwischen den Mitgliedern der anarchistischen Gesellschaft schaffen.
3. Alle Individuen der menschlichen Art der anarchistischen Gesellschaft haben das Recht sich gegen Gewalt von außen zu verteidigen, ihre verteidigende Gewalt darf nicht das Verhältnis der angreifenden Gewalt übersteigen.
4. Unbewusstes oder bewusstes destruktives Verhalten von Lebewesen gegen die anarchistische Gesellschaft wird nicht toleriert.
Die Frage ist natürlich, wer und mit welchen Methoden darüber entscheidet und was daraus gefolgert wird.
V.) Prinzip des Rechts
Beispiele:
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1. Alle Individuen der menschlichen Gesellschaft verpflichten sich ab der Entwicklungsstufe des Selbst-Bewusstseins freiwillig der Einhaltung der fünf Grundprinzipien.
Fazit:
Donnerstag, 28. August 2008
Die Roten Brigaden
Die terroristische Form ist die Form der bürgerlichen und nationalen Revolution. Sie hatte ihren Nutzen. Aber sie ist für den Sozialismus/Kommunismus politisch und ethisch konterproduktiv.
Die der staatlichen Repression unterworfenen Mitglieder der Roten Brigaden sind zu bedauern. Eine menschliche Solidarität mit ihnen ist angebracht. Politisch müsste aber die größtmögliche Distanz zu ihnen gewahrt werden.
Sie waren Kämpfer, sie sind Gefangene und teilweise Zerschlagene. Sie waren aber keineswegs - was sie subjektiv empfinden mögen, muss hier nicht zur Debatte stehen, das ist ihre Sache - Akteure und Opfer des Sozialen Krieges (des Klassenkampfes) zwischen dem globalen Kapital und der globalen Klasse der Lohnarbeiter.
Sie waren im Gegenteil - und diejenigen, die die alten Mystifikationen und Lügen wiederholen sind es weiterhin - Akteure im Kampf der verschiedenen Fraktionen des Kapitals unter sich. Eine Gang des Kapitals bekämpft eine andere. Mehr ist das nicht. Mit der Emanzipation der Menschen vom Kapital und Staat hatte und hat das nichts zu tun.
Denn man sollte die ihre Aktionen orchestrierenden Phrasen (Proletariat, Revolution, die rote Farbe, der Stern mit fünf Zacken, Kommunismus usw.) genauso wenig ernst nehmen, wie ähnliche Verlautbarungen aus der ehemaligen Sowjetunion oder von Seiten Nord-Koreas.
Dass die Ex-Brigadisten und ihr Anhang das nicht einsehen wollen, mag verständlich sein, denn das Haften an ihrem falschen Selbstbild lässt ihnen wohl keine andere Chance.
Ihre Lügen weiterhin zu akzeptieren, das sollte man nicht (mehr) tun.
Dies ist eine Entgegnung auf einen Artikel bei indymedia:
http://de.indymedia.org/2008/08/225513.shtml
Über uns
The SPGB
The Socialist Party of Great Britain, more popularly known as the SPGB even though, despite Militant, it now prefers Socialist Party is it by far the longest surviving political party in Britain calling itself socialist.
Anglo-Marxism
If the SPGB has survived for this length of time it must have been because it filled some need, or at least some niche, in working-class politics in
The SPGB was one of the products of what Chushichi Tsuzuki, in an article that appeared in the International Review of Social History in 1956, called the “impossibilist revolt” in the SDF (the other product was the Socialist Labour Party of Great Britain, founded in Scotland the year before at a meeting chaired by James Connolly and which regarded itself as the exact equivalent in Britain of the SLP of America).
The “impossibilists”, as they were dubbed by the leadership of the SDF, were dissatisfied with two things in particular. The domination of the SDF by a clique around H.M. Hyndman who had founded the organisation twenty years previously, and which reflected its lack of internal democracy; and its opportunist concentration on trying to obtain certain reforms of capitalism as supposed “stepping stones” to socialism. Significantly, these were the same two issues over which William Morris and others had broken away from the SDF at the end of 1884 to form the Socialist League.
The SPGB’s inaugural meeting was attended by some 140 people, mainly members and expelled members of the SDF’s
Although the term “Anglo-Marxist” is not entirely inappropriate, the SPGB was also influenced by Continental Marxism, by (of course) the German Social Democratic Party and its main theorist, Karl Kautsky (three of the SPGB’s first four pamphlets were translations of parts of Kautsky Erfurt Programme, the fourth was by William Morris). But also, perhaps not so obviously, by the French “Guesdists”, as the Marxists in
Except on reforms and on patriotism, the SPGB and the Guesdists’ Parti Socialiste de France (as the POF had become in 1902 before merging in 1905 into a united Social Democratic party in France, and after which the SPGB was probably named in preference to “Social Democratic Party”, the other possible name discussed at the inaugural meeting) shared a number of key positions, in particular on the imperative need for the working class to gain control of political power before trying to dispossess the capitalist class (the “political expropriation of the bourgeoisie must precede its economic expropriation”, as the Guesdists used to put it). This led both the Guesdists and the SPGB to be quite opposed to anarchist and syndicalist “direct action”, and talk of “taking and holding” the means of production by industrial action alone, as counter-productive not to say suicidal. This distinguished both groups from most of the other anti-revisionists, in the “intransigent Marxist” tendency within international Social Democracy with which the early SPGB identified itself, such as Rosa Luxemburg and Anton Pannekoek who did try to incorporate the “mass strike” into socialist tactics. Despite this, “Red Rosa” received a favourable mention in the Socialist Standard in 1907 which translated and published part of her speech at one of her trials.
“Peaceably if we may”
A distinguishing feature of the SPGB, as compared to the various Leninist parties and groups that have existed in Britain since 1918, has been its typically Anglo-Marxist insistence on the existence, as a precondition for socialism, of a working class imbued with socialist understanding (”You can’t have socialism without socialists”) and that, once a sufficient majority of workers have acquired such understanding, they can, and should, use existing elective political institutions to win control of political power with the sole purpose of abolishing capitalism and ushering in socialism.
This position has been caricatured by the SPGB’s Leninist opponents as meaning that the SPGB has been committed to a mere pacific, constitutional, parliamentary road to socialism, and has led to it being dubbed the “Small Party of Good Boys”. Actually, the position of the founder-members of the SPGB was the same as Marx’s as outlined by Engels in his preface to the English edition of Capital in 1886, i.e. that, although in Britain the working class might well be able to win control of political power “entirely by peaceful and legal means”, it would most probably have to use this to suppress a “pro-slavery rebellion” since the capitalist class could be expected to resist their expropriation.
In other words, the socialist revolution - as a complete change in the basis of society - would be legal and constitutional but not necessarily entirely peaceful. In fact, the early members of the SPGB didn’t think that in practice it would be peaceful but that the working class would have to use the state to overcome capitalist resistance. After all, 1904 was only 33 years after the bloody suppression of the Paris Commune, the anniversary of whose proclamation the SPGB used to celebrate every 18 March until WWI. Today, SPGB members are more inclined to discount the possibility of a violent capitalist opposition to their legal expropriation, but it is not a pacifist organisation, the old Chartist slogan “peaceably if we may, forcibly if we must” still being its official policy.
This rejection of insurrection and civil war as a means of winning political power will probably have been a factor in the SPGB’s continual existence. The working class in
Ironically, in contrast to the SPGB (which only contests elections on the “maximum programme” of socialism and nothing else, i.e. without any programme of vote-catching reforms to capitalism), when Trotskyist organisations contest elections as they have increasingly from the 1970s on, it has been the SPGB that has had to accuse them of “electoral opportunism” for entering in full into the electoral game of putting themselves forward as a group offering to implement reforms of capitalism (some manifestly impossible) for workers if only workers would elect their candidates.
Against reformism, but not reforms
This refusal to advocate reforms has been the other distinguishing feature of the SPGB, though one that has been less understood by other working-class militants and by the working class generally. Actually, the SPGB is not opposed to reforms as such - how could a party composed of workers and committed to the working-class interest be opposed to any measure that improved, however marginally and temporarily, conditions for workers - but to reformism in the sense of a policy of actively seeking reforms.
The SPGB’s policy is not to advocate any reform, but to advocate only socialism. As a corollary of this, it has also always refused to work with any other political party or group but, on the contrary, has expressed “hostility” (as Clause 8 of its declaration of principles puts it) to all other political parties. This has earned it a reputation for “sectarianism” but, in its terms, this position is only logical: the only basis for co-operating with some other party would be in a campaign for some reform but campaigning for reforms as such is precisely a policy that the SPGB rejects. The SPGB in fact argues, as did William Morris in his Socialist League days, that if it’s reforms you want the best way to get them is to go for revolution as, faced with a strong movement demanding socialism, the capitalist class will offer all sorts of reforms in a (futile) bid to buy off this movement.
It is also the official SPGB policy that a minority of Socialists MPs might vote, under certain circumstances, for reform measures proposed by other parties. This policy was adopted in 1911 at a time when many, including SPGB members, thought that socialism was a not too distant likelihood and that the situation of what a minority of Socialist MPs should do was therefore a live issue, not the academic one that the SPGB members had later to reluctantly admit that it was. Today, this position only has symbolic significance in showing that the SPGB is not opposed to reforms as such, a policy that has been challenged from time to time from within the SPGB by those who were and which led to small breakaways in 1911 and again in 1991.
Trade union action on sound lines
Nor is the SPGB opposed to trade unionism, as is sometimes imagined in Trotskyist circles. Many of the early members of the SPGB were active members of craft unions in the
When the SPGB was founded one big issue concerning militant workers was whether or not to replace the “trade” unions by “industrial” unions and how (internal reform or forming a separate union?). The IWW (”Industrial Workers of the World”) was to be founded a year later in Chicago committed to anti-trade-union industrial unionism, and the other impossibilist breakaway from the SDF - the SLP - was soon to embrace the “socialist industrial unionism” of its elder brother in America. SPGB members were not immune to such ideas and a motion was proposed at its first annual conference to set up a “socialist union”, in opposition to the existing trade unions, as soon as SPGB membership had attained 5000. This motion was not carried (but even if it had been would still not be operative since SPGB membership has never exceed 1200) and, in the end, the SPGB adopted the policy, which still applies, of its members’ participating in the existing unions and supporting any action of theirs on sound lines (opposition to employers as the class enemy, solidarity with other workers, officials subject to democratic control, non-affiliation to the Labour Party, etc.).
Thus, the SPGB avoided the mistake of the American SLP - and of the CPGB during the “Third Period” after 1929 - of “dual unionism”, i.e. of trying to form “revolutionary” unions to rival the existing “reformist” unions, though some SPGB members were involved, on an individual basis, in breakaway unions from TGWU on the buses and in the docks in the 1930s and 1940s (other SPGB members remained in the TGWU).
As a result of these early controversies and of practical common sense, the SPGB officially stands for workers organising both economically (to keep production going during the period of social reorganisation) and politically for socialism and so is not a “pure and simple” parliamentarist party, even by its own standards.
Marxism not Leninism
The SPGB has always regarded itself as being in the Marxist tradition, fully subscribing to the labour theory of value and the materialist conception of history. Right up to the 1950s it used to organise education classes in these subjects - very much in the tradition of Stuart McIntyre’s “proletarian science”. Besides the words of Marx and Engels, the SPGB encouraged its members to read others by Kautsky, Plekhanov, Dietzgen and Lafargue and even, later, works by Bolsheviks such Stekloff’s History of the First International, Lozovsky’s Marx and the Trade Unions and Bogdanov’s A Short Course of Economic Science.
This does not mean, as has sometimes been claimed, that the SPGB’s Marxism can be dismissed as that of the Second International, if only because the SPGB, after attending the 1904 Amsterdam Congress as an affiliated organisation, did not renew its affiliation and by 1910 had completely written off the Second International as of any use to the cause of socialism. So August 1914 came as no surprise to it, as it did to Lenin.
On the other hand, the SPGB never became Leninist. In fact it has always regarded Leninism - as the doctrine embodied in particular in Lenin’s What Is to Be Done? and State and Revolution - as a deviation from and a distortion of Marxism. Despite this, at the time, the SPGB expressed a certain admiration for Lenin for the Bolsheviks’ policy of trying to stop the war on the Eastern Front and for his having understood, as against the “Leftwing Communists”, that, in the circumstances of an isolated and backward Russia, socialism was out of the question and that therefore Russia could not avoid having to pass through capitalism, even if in the form of a State capitalism (see Lenin’s speech in 1918 and again in 1921 when the NEP, which explicitly recognised this, was adopted ; see the article from the July 1920 Socialist Standard ). It has to be said, however, that today most SPGB members take a less indulgent attitude towards Lenin, seeing him as an architect of the state capitalist regime in Russia that survived until 1991 (”Lenin led to Stalin”).
It was the SPGB - and not Tony Cliff, as the old IS Group and the SWP claimed - that pioneered in
Credit for developing the theory that a privileged, exploiting class could exist without legal private property rights vested in its individual members, i.e. that it could own and exploit collectively as a class, and that this was actually the case in the USSR, can indeed go to Trotskyist and Trotskyoid dissidents such as Bruno Rizzi, Max Schachtman, James Burnham and Raya Dunayevskaya. Like Cliff, the SPGB was happy to take this on board, though rejecting the view embraced by Cliff that
Socialism Today
Obviously conditions - and the perspectives of SPGB members - are rather different today from what they were a hundred years ago. Then, the early members (mainly young men in their thirties) clearly expected to see the cause of socialism make rapid progress and emphasised the determinist elements in Marxism that enabled them to see socialism as inevitable. Today, SPGB members (even those in their thirties) are much less sanguine about the inevitably of socialism, regarding it more as a desirable possibility. This of course makes it depend more on human will and humans (workers) making a conscious choice to establish it.
Some might see this as making socialism a “moral” issue rather than an inevitable working-class reaction to capitalist conditions (and from time to time some SPGB members have explicitly argued this), but it is not easy for members of an organisation that has found itself having to campaign for a hundred years for socialism without it happening - implying, as this does, that its early members (as well as Marx) were wrong or at least wildly over-optimistic - to sustain a belief in the inevitability of socialism.
A hundred years ago, socialism, however vaguely understood, was seen by millions of workers all over the world as “the hope of humanity”. Today, thanks in large measure to what happened in
To mark its centenary, the SPGB published a book, entitled Socialism or Your Money Back (a more or less clever pun on the SPGB’s position that socialism necessarily involves the disappearance of money), a collection of 70 articles from the Socialist Standard over the period 1904-2004 on key events and trends in the 20th century.
Adam Buick - New Interventions, Volume 12, No 1, Spring 2005
The Socialist Party of
Over the weekend of 12/13 June 2004 the Socialist Party of Great Britain marked a hundred years of political activity. A political and social event on the Saturday evening – a hundred years to the day since it was formed – in
From a historical-studies point of view, being a still extant political party has not been an advantage. Most labour historians have their own – leftwing – political views which are opposed to those held by the SPGB. If the SPGB had gone out of existence, this would not present a problem, but the fact that it has continued as an active political organization and has never been bashful about expressing its opposition to the political views held by most labour historians – whether they be Labour Party, Communist Party, or Trotskyist – has made an objective approach difficult.
This may explain why the first objective study of the origins of the SPGB – the first even to get the date of its formation correct (for years labour historians just repeated G. D. H. Cole’s error of putting this as 1905 [1], whereas the real date could easily have been verified)– was written by somebody not involved in working-class politics in Britain: Chushichi Tsuzuki from Japan, whose ‘The Impossibilist Revolt in Britain’ appeared in the International Review of Social History in 1956. The other historical studies have in fact been written by SPGB members and so could be open to the charge of being biased in an opposite direction [2].
The SPGB, however, provides an interesting subject for purely historical study. For instance, among the 140 or so participants at the inaugural meeting of 12 June 1904 were one who subsequently became a Labour MP and member of the House of Lords (Valentine McEntee), another a future President of the Trades Union Congress, Labour MP and junior minister (George Hicks), another an Irish Republican activist (Con Lehane). Also present were T. A. Jackson, who went on to be a leading Communist Party journalist and writer, E. J. B. Allen, who became a syndicalist pamphleteer and whose pamphlets are still quoted in anarchist anthologies and websites, and, last and perhaps least, Jack Kent, who, as a member of the Social Democratic Federation’s executive committee, was the most prominent SDF member to go over to the SPGB and who ended up as a Tory county councillor and mayor of Acton in London. In other words, here were gathered people whose subsequent trajectory could serve to illustrate the various trends of working-class political thinking in the fifty or so years that followed.
Also present of course were those who were to stay in the SPGB and contribute to the elaboration of its distinct political position, such as Jack Fitzgerald, Alex Anderson, F. C. Watts, A. E. Jacomb and Hans Neumann. These were all able thinkers and writers – and interesting persons in their own right – but the SPGB, as a matter of political principle, actively opposed leaders and leadership in favour of collective, democratic decision-making, and would in fact have fiercely protested had Fitzgerald been described as its leader (even if this was the perception of its political rivals at the time).
Although the SPGB put a distinctive view of the same problems discussed at the same time by ‘names’ such as Kautsky, Luxemburg, Lenin, Trotsky, James Connolly and John MacLean, whose views are still studied, the fact that its views cannot be identified as the work of a single individual has probably also contributed to the SPGB’s being neglected. Nevertheless, there has been some movement on this since the 1980s, with discussions of the SPGB’s position on the welfare state, ecology, and state capitalism in
McEntee and Lehane (a fluent Irish-speaker who was the SPGB’s first General Secretary and who later called himself O’Lehane and O’Lyhane) were both former members of the Irish Socialist Republican Party, which Connolly had been instrumental in setting up as the equivalent in
Hans Neumann, who was a German working in
As a political organization that has survived with a basically similar policy for a number of generations, the SPGB has also been the object of study by sociologists. One of these, perhaps following the lead of the Communist Party historians A. L. Morton and Eric Hobsbawm (the former described the SPGB as ‘a tiny sect, mainly concerned with echoing propaganda hostile to the Soviet Union’ [4] and the latter called it a ‘conventicle’ [5]), likened it to a religious sect. The other study, based on recorded interviews with members and ex-members carried out in the 1960s (which still exist and might interest oral historians), looked as if it might be more innovative but was never completed [6].
Having been in continual existence for a hundred years has its upside, however. The SPGB library has a collection of books, journals and pamphlets, inherited on the death of members, which reflect the reading of Marxist-oriented working-class activists – Stuart Macintyre’s ‘proletarian science’. They range over the whole period, from issues of Justice, the SLP’s The Socialist and the International Socialist Review, and books by Herbert Spencer, Edward Aveling and Belfort Bax from the pre-WWI period, through Labour, ILP, Communist Party and Plebs League publications of the 1920s and 1930s and copies of now largely-forgotten ‘left-of-Communist’ journals such as the American International Review, Guy Aldred’s The Word, and Left, to post-war Trotskyist material. There is also material on the socialist movement in
Adam Buick - History Workshop Journal No 50 of Spring 2005
1 G. D. H. Cole, Working Class Politics 1832-1914, 1941, p. 177.
2 Robert Barltrop, The Monument, 1976; Stephen Coleman, ‘Impossibilism’, in Non-Market Socialism in the Nineteenth and Twentieth Centuries, ed. M. Rubel and J. Crump, 1987; David A. Perrin, The Socialist Party of Great Britain: Economics, Politics and Britain’s Oldest Socialist Party, 2000.
3 John Clarke, Allan Cochrane and Carol Smart, Ideologies of Welfare: From Dreams to Disillusion, 1987, pp. 110-4; David Pepper, Eco-socialism: From Deep Ecology to Social Justice, 1997; Neil Fernandez, Capitalism and Class Struggle in the
4 A. L. Morton and G. Tate, The British Labour Movement 1770-1920, 1956, p. 218. The year the SPGB was formed is erroneously given as 1905.
5 Eric Hobsbawm, Labouring Men, 1965, p. 231. Hobsbawm erroneously put the date of the SPGB’s formation as 1906.
6 R. Kenneth Jones, ‘The Organization and Structure of a Secular Value-oriented Sect: the Socialist Party of Great Britain’ in Ideological Groups: Similarities of Structure and Organization, 1984; P. J. Rollings, ‘The Maintenance of an Idea-system: the Case of the Socialist Party of Great Britain’, Paper read to a seminar at the Politics Department of the University of Reading, February 1968.